♠ ♦ ♣ ♥   Poker   ♥ ♣ ♦ ♠

Pokerregeln und Pokervarianten
für das gesellige Spiel im privaten Kreis

♠ ♦ Grundregeln ♣ ♥

Die verschiedenen Varianten und Untervarianten mögen auf den ersten Blick unübersichtlich aussehen, aber tatsächlich setzen sie sich alle aus einigen wenigen Elementen zusammen, die in allen Spielen gleich sind. So kann man mit etwas Übung einem neuen Spieler schnell eine Variante erklären, und mit ein klein wenig Phantasie lässt sich das nach Belieben erweitern.

Die Karten

Poker spielt man üblicherweise mit einem 52-Karten-Spiel (2–10, Bube, Dame, König, Ass in den vier Farben Herz, Karo, Kreuz und Pik). Es gibt auch Spielvarianten, in denen drei zusätzliche Karten verwendet werden: die Joker (diese Spiele werden hier jedoch nicht weiter berücksichtigt). Es empfiehlt sich, möglichst neue Karten zu verwenden. Wenn man sich regelmäßig trifft, darf man ruhig hin und wieder ein neues Päckchen Karten kaufen. Ob man dabei dabei die deutschen Bezeichnungen Bube, Dame, König, Ass oder die amerikanischen Jack, Queen, King, Ace bevorzugt, bleibt jedem selbst überlassen.

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Auf dieser Seite werden die deutschen Bezeichnungen verwendet, kurz: B, D, K und A. Dass es ansonsten zwischen Deutsch, Englisch und Denglisch hin und her geht, möge man verzeihen: Viele englische Begriffe haben sich auch hierzulande etabliert, und oft gibt es gar keine gescheite Übersetzung.

Einsätze und Limit

Pokern ist im Grunde weniger ein Spiel im engeren Sinn als vielmehr eine Wette um das beste Blatt (mit ein bisschen Klimbim drumherum). Insofern ist es ganz unmöglich, Poker ohne Einsatz zu spielen – denn schließlich gewinnt nicht zwangsläufig das beste Blatt am Tisch... Bevor man sich also zum Pokerspiel zusammenfindet, sollte man festlegen, um welche Beträge es gehen und ob es ein Limit geben soll (man kann auch ohne Limit pokern). Beispielsweise kann man mit 10 Cent als kleinster Einheit spielen und das Limit auf 1 Euro pro Erhöhung festlegen (das kann je nach Spielvariante und Verteilung der Karten durchaus zu Spielen führen, in denen 10 €, 20 € oder mehr im Pott liegen!). Wer sicherstellen muss, dass er an einem Abend nicht gleich sein ganzes Taschengeld für den Monat verspielt, kann das beispielsweise durch 10 teilen (1 Cent bis 10 Cent pro Erhöhung); wer das für Kinkerlitzchen hält, darf die Beträge höher ansetzen. Wichtig ist bloß, dass das vorher geklärt wurde und für den ganzen Abend (oder Nachmittag) gilt.

Der Vollständigkeit halber: Es gibt auch Varianten, in denen man "alles" setzen kann ("all in", entweder man gewinnt dieses Spiel oder ist ganz draußen). Diese sind aber eher für Turniere gedacht oder turnierähnliche Spiele, bei denen alle Spieler mit dem gleichen Startbetrag anfangen, den ganzen Abend das gleiche Format spielen und am Ende nur einer übrig bleibt. Das ist für das gesellige Spiel in privater Runde weniger erquicklich und wird hier nicht näher beschrieben.

Geber sagt an, Grundeinsatz

Nach jedem Spiel wird der linke Nachbar vom letzten Geber neuer Geber; er bestimmt, welche Variante mit welchen Untervarianten gespielt wird. Er darf sich auch Sonderregeln ausdenken, die für dieses Spiel gelten sollen (natürlich müssen die Regeln ausgewogen sein und dürfen die Chancen der einzelnen Spieler nicht unterschiedlich beeinflussen). Allerdings muss er all dies ankündigen und gegebenenfalls erklären, bevor er die ersten Karten verteilt.

Der Geber achtet darauf, dass jeder Spieler seinen Grundeinsatz leistet: Üblicherweise entspricht dies der kleinsten Einheit im Einsatz (siehe "Einsätze und Limit"), also beispielsweise 10 Cent pro Spieler.

Mischen, abheben, Karten geben

Der Geber mischt die Karten sorgfältig und so, dass niemand (auch er nicht) einen Blick auf die Vorderseite der zu mischenden Karten werfen kann. Normalerweise sollte es genügen, wenn der Geber die Karten mischt, aber es soll nicht unerwähnt bleiben, dass jeder Spieler das Recht hat, die Karten zu mischen; der Geber hat das Recht, die Karten zuletzt zu mischen. Dann lässt der Geber seinen rechten Nachbarn den Kartenstapel abheben. Auch hier gilt wieder: Jeder Spieler darf abheben, der rechte Nachbar des Gebers darf als Letzter abheben. Wer's genau nimmt: Beim Abheben müssen mindestens so viele Karten abgehoben werden wie Spieler am Tisch sind, und es müssen mindestens so viele Karten liegen bleiben wie Spieler am Tisch sind.

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Nun werden die Karten ausgeteilt. Wer wieviele Karten bekommt, wird durch das gespielte Format bestimmt (siehe 'Varianten'). Ganz wichtig: Der Geber gibt verdeckte Karten so, dass niemand einen Blick auf die Vorderseite werfen kann. Auch muss er darauf achten, dass niemand die unterste Karte des Reststapels zu sehen bekommt. Karten werden immer einzeln reihum gegeben, die Spieler nehmen die Karten erst auf die Hand, wenn der Geber mit dem Geben fertig ist. In Stud-Varianten kann der Geber das jeweils sichtbare Blatt des Spielers beschreiben, dem er gerade eine Karte gegeben hat, um der Allgemeinheit einen Überblick über den aktuellen Stand zu verschaffen.

In Spielen, in denen Handkarten ausgetauscht ("gekauft") werden können, ist wieder der Geber in der Pflicht. Er fragt reihum jeden Spieler, wieviele neue Karten er haben will. Der Spieler sagt das für alle hörbar und legt zuerst soviele Karten von seiner Hand verdeckt ab; dann gibt ihm der Geber verdeckt die neuen Karten. Als Letztes darf der Geber selbst Karten tauschen, und auch er sagt für alle hörbar, wieviele neue Karten er sich nimmt.

Die Setzrunden

In jedem Pokerspiel gibt es mindestens eine, in der Regel jedoch zwei oder mehr Setzrunden. Jede Setzrunde läuft nach dem gleichen Schema ab, das gewährleistet, dass das Ende der Setzrunde wohl definiert ist und dass am Schluss jeder Spieler, der noch im Spiel ist, gleich viel in den Pott eingezahlt hat.

Wenn ein Spieler aufgefordert wird, die Setzrunde zu eröffnen (üblicherweise der Spieler links vom Geber, in Stud-Spielen meist der Spieler, der aktuell sichtbar das stärkste Blatt hat), hat er zwei Möglichkeiten: er kann a) die Setzrunde mit einem beliebigen Betrag (Einsätze und Limits beachten) eröffnen oder b) aussteigen. (Es gibt Pokervarianten, in denen er "abwarten", denglisch "checken", kann, d. h. er eröffnet die Setzrunde nicht, wahrt aber die Möglichkeit, weiter am Spiel teilzunehmen, indem er später einsteigt.) Wenn er aussteigt, ist der nächste Spieler zu seiner Linken aufgefordert, die Setzrunde zu eröffnen.

Sobald die Setzrunde eröffnet wurde, hat jeder weitere Spieler reihum drei Möglichkeiten: er kann a) den geforderten Betrag bezahlen ("ich gehe mit", "ich halte"), er kann b) den Betrag bezahlen und weiter erhöhen ("ich erhöhe um...", "deine... und weitere..." – Limit beachten) oder c) aussteigen ("ich passe", "ich steige aus"). Der geforderte Betrag ergibt sich aus der aktuellen Höhe des Einsatzes für jeden Spieler abzüglich des bereits geleisteten Einsatzes des Spielers, siehe folgende Beispiele.

Die Setzrunde ist automatisch (und nur dann) beendet, wenn nach der Eröffnung oder nach der letzten Erhöhung alle anderen Spieler nur noch mitgegangen oder ausgestiegen sind und keiner mehr erhöht hat, siehe ebenfalls folgende Beispiele. So etwas wie eine Extragebühr "zum Sehen" gibt es nicht.

Beispiele (in jedem Fallbeispiel gibt es drei Spieler A, B und C; C sei der Geber, sodass A aufgefordert ist, die Setzrunde zu eröffnen):

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Wichtig: Sobald ein Spieler aussteigt, hat er keine Aussicht mehr auf den Pott. Alle seine in diesem Spiel geleisteten Einsätze kann er unter Verluste verbuchen. Wer aussteigt, gibt dies klar zu erkennen, am besten indem er es deutlich sagt. Er zeigt seine Handkarten nicht vor, und er legt sie keinesfalls offen auf den Tisch. Hat er offene Karten vor sich liegen, so lässt er sie für jeden Spieler sichtbar dort. Ein Spieler, der aussteigt, enthält sich jeden Kommentars und jeder Bemerkung zum Spiel, solange es noch läuft!

Es kann auch vereinbart werden, dass ein "Nebenpott" erlaubt ist. Dieser ermöglicht es einem Spieler, einen Teil vom Pott zu gewinnen, auch wenn er mangels Liquidität in der laufenden Runde nicht weiter mitbieten kann. Die Regeln hierzu werden an dieser Stelle jedoch nicht wiedergegeben.

Der Showdown – alles auf den Tisch

Wenn die letzte Setzrunde eines Spiels zu Ende ist, ist auch das Spiel so gut wie zu Ende. Jetzt muss ermittelt werden, wer den Pott gewonnen hat. Wenn nur noch ein einziger Spieler übrig ist, weil alle anderen ausgestiegen sind, ist es einfach: Dieser Spieler kassiert den Pott und muss dafür nicht mal seine Handkarten zeigen! (Genauer: Er sollte sie auch nicht zeigen, um den anderen Spielern möglichst wenig Informationen über seine Spielweise zukommen zu lassen – vielleicht hat er ja ein total schäbiges Blatt und bloß erfolgreich geblufft?)

In allen anderen Fällen kommt nun der Showdown: Der Spieler, der in der letzten Setzrunde zuletzt erhöht hat (oder der die Setzrunde eröffnet hat, falls keiner erhöht hat), zeigt seine Karten offen vor. (In Spielen, in denen er mehr als 5 Karten hat, zeigt er nur die 5 Karten vor, die zu seiner Hand gehören.) Dabei macht er keine halben Sachen: Er zeigt alle 5 Karten vor, denn es kann sein, dass erst die fünfte Karte den Sieg ausmacht, auch wenn sie nur Beikarte ist und gar nicht zur eigentlichen Kombination gehört. Normalerweise gilt: Die Karten sprechen für sich. Er kann aber sein Blatt beim Vorzeigen benennen (z. B. "ein Pärchen Asse" oder "ein Drilling Sechser"); in Spielen mit wilden Karten muss er das sogar, damit für alle klar ist, welche Karten die Joker darstellen sollen.

Alle anderen Spieler, die noch im Spiel sind, können nun ihr Blatt mit dem gezeigten Blatt vergleichen. Reihum ist jeder Spieler gefragt, ob er das gezeigte Blatt schlagen kann oder ein gleichwertiges Blatt hat. Falls dem so ist, zeigt er ebenfalls alle seine Karten (bzw. die 5 Karten, die zu seiner Hand gehören) offen vor. Falls er das gezeigte Blatt nicht schlagen kann, muss er seine Karten nicht vorzeigen (und sollte es auch nicht, siehe oben). So geht es reihum, bis alle Spieler ihr Blatt gezeigt haben (oder nicht, weil sie das höchste Blatt nicht schlagen können). Der Spieler mit dem höchsten Blatt gewinnt den Pott. Falls mehrere Spieler das höchste Blatt haben (siehe "Rangfolge"), wird der Pott geteilt. Wenn das Teilen nicht aufgeht, bleibt der unteilbare Rest als "Bodensatz" für das nächste Spiel im Pott.


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Startseite Erstellt: 12.06.2007 · Letzte Änderung: 15.07.2017

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